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Um was es geht

Bis Mitte der 80er Jahre bestanden Aufgabe und Selbstverständnis der Bundesverwaltung - ihrem Namen entsprechend - in der Verwaltung öffentlicher Aufgaben. Entscheide wurden primär formal begründet und stützten sich fast ausschliesslich auf den Gesetzestext. Mit Auftreten der Aids-Epidemie änderte sich diese Situation für das Bundesamt für Gesundheit (BAG), indem es galt, die Ausbreitung dieser Epidemie mit allen Mitteln zu verhindern. Es ist bemerkenswert, dass das BAG sich für diese Aufgabe der ganzen interdisziplinären Palette des Public Health Instrumentariums bediente; dies spiegelt sich wider in der weltweiten Anerkennung der Schweizerischen Stop Aids Kampagne.

Seither ist diese Entwicklung hin zu einem umfassenden Selbstverständnis des Bundesamtes für Gesundheit im Sinne von Public Health weitergegangen. Die Anforderungen an Entscheidungsträger und ihre Entscheidungsgrundlagen sind entsprechend gewachsen: Mit zunehmender Komplexität des Gesundheitswesen ist nebst Kenntnis des gesetzlichen Auftrages ein breites interdisziplinäres Fachwissen und vor allem die Verfügbarkeit relevanter aktueller Information zu den anstehenden Problemen gefragt.

Dringlichkeit und Nutzen von Public Health Interventionen werden häufig sowohl unter Fachleuten als auch unter Gesundheitspolitikern unterschiedlich beurteilt. Knappe Mittel erfordern das Setzen von Prioritäten; es kann nicht alles umgesetzt werden, was wünschbar erscheint. Prioritäten und die Ressourcenallokation müssen gesundheitspolitisch begründet werden; besonders wenn bei der Umsetzung Schwierigkeiten auftreten, besteht auch retrospektiv die Notwendigkeit, die Entscheide zu rechtfertigen.

Im Bereich der kurativen Medizin hat "Evidence-based Medicine" (EBM) nach 1995 auch im deutschsprachigen Raum zusehends Fuss gefasst und ist heute weitgehend akzeptiert. Sie fordert ein explizit definiertes Vorgehen bei der Entscheidungsfindung. Insbesondere müssen Lehrmeinungen - wenn immer möglich - mit epidemiologischem Zahlenmaterial belegt werden; Expertenmeinungen ohne zugrundeliegende Fakten genügen nicht mehr als Handlungsgrundlage. Die Forderung nach einem explizit definierten Vorgehen bei der Entscheidungsfindung gilt auch für Public Health; aus dieser Überzeugung entstand das Lernangebot Evidence-based Public Health.

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