Fragestellung und Dimensionen von Antworten |
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Formulierung der Fragestellung

Fragestellung und Dimensionen von Antworten

Am Anfang jeder Suche nach Evidence steht eine Fragestellung zu einem Thema. Allerdings ist deren Formulierung oft zuwenig präzise für eine Informationssuche; am Beispiel einer Interpellation im Nationalrat von Ruth Gonseth soll illustriert werden, was gemeint ist: Unter anderem fragt sie den Bundsrat nach seiner Beurteilung der gesundheitlichen Beschwerden der Bevölkerung im Bereich von Natel-D-Antennen.

Wortlaut der Interpellation   Link

Internetauftritt von Ruth Gonseth  Link

Soll für die Beantwortung der Frage von Frau Gonseth wissenschaftliche Evidence gesucht werden, muss die Fragestellung konkretisiert werden, z. B:

Führt nichtionisierende Strahlung zu einer Häufung von X (X könnten z. B. Krebserkrankungen, Hirntumore, Schlafstörungen etc. sein).

Mit einer solchermassen eingeschränkten Frage wird allerdings nur ein Teilaspekt der ursprünglichen Fragestellung abgedeckt; für eine umfassende Beantwortung wird man deshalb nicht umhin kommen, Fakten zu mehreren potentiell durch nichtionisierende Strahlen verursachte Krankheiten zu suchen.

Das Beispiel veranschaulicht, dass die Suche nach Information für die Beantwortung allgemein formulierter Fragen meist die Suche nach Antworten auf mehrere konkrete Einzelfragen erfordert. Der damit verbundene Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Vor Beginn der Informationssuche sollen deshalb folgende Punkte geklärt werden:


Zu welchem Thema soll Information gesucht werden?

Das Thema der Fragestellung soll möglichst präzise formuliert werden; anstelle einer umfassenden Formulierung soll die Frage in mehrere konkrete Einzelfragen zerlegt werden.


Welche Art von Daten / Information soll gesucht werden?

Zusätzlich zur thematisch präzisen Suche soll die Art der gesuchten Information definiert werden: Beispielsweise ist es wesentlich, ob zum Thema SARS epidemiologische Daten, die gesetzlichen Grundlagen für die Quarantäne bei Verdachtsfällen oder bewährte präventive Strategien von Interesse sind.


Welchen Qualitätsansprüchen muss die Informationssuche genügen?

Jede Informationssuche stellt einen Kompromiss zwischen Sensitivität und Spezifität dar. Für explorative Suchen wird man spezifische Suchstrategien wählen; besteht der Anspruch auf Vollständigkeit – etwa für eine Systematic Review oder für die Erstellung von Guidelines – wird man nicht umhin kommen, sehr sensitiv zu suchen.


Einstiegspunkt für die Suche

Hilfreich für die Informationssuche ist der Umstand, dass Informationsquellen nebst der gesuchten Information meist Hinweise auf weitere Informationsquellen beinhalten: Publikationen enthalten Literaturreferenzen und auf Internetseiten finden sich häufig hilfreiche Linklisten. Die Wahl des Einstiegspunktes, an dem die Informationssuche beginnt, ist deshalb nicht nur für die Effektivität sondern auch für die Effizienz der Informationssuche entscheidend.
Mögliche Einstiegspunkte sind u.a.:

 

Welche Ressourcen werden benötigt?

Explorative Suchen sind meist mit bescheidenem Aufwand machbar. Demgegenüber erfordert eine systematische Suche je nach Fragestellung sehr viele Ressourcen. Insbesondere wenn die Abfrage von kostenpflichtigen Datenbanken erforderlich ist, empfiehlt sich der Beizug eines professionellen Information Brokers.

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