Besonders genau differenziert die deutsche Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zwischen den Begriffen Leit- und Richtlinien:
Leitlinien sind systematisch entwickelte Darstellungen und Empfehlungen mit
dem Zweck, Ärzte und Patienten bei der Entscheidung über zweckdienliche
Maßnahmen der Krankenversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie
und Nachsorge) unter spezifischen klinischen Umständen zu unterstützen.
Richtlinien sind Handlungsregeln einer gesetzlich, berufsrechtlich, standesrechtlich oder satzungsrechtlich legitimierten Institution, die für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich ziehen kann. Richtlinien unterscheiden sich im Hinblick auf diese Verbindlichkeit deutlich von "Leitlinien“. Diese Unterscheidung ist spezifisch für den deutschen und europäischen Sprachraum. Im Sprachgebrauch der USA werden in der Regel sowohl Richtlinien als auch Leitlinien als "guidelines“ bezeichnet und nicht hinsichtlich der Verbindlichkeit differenziert, im europäischen Sprachraum (insbesondere in der Amtssprache der EU) gilt: "guideline“ = "Leitlinie“, "directive“ = "Richtlinie“.